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[HCL-NEWS - Der satirische Newsletter der IT- und TK-Branche]

Cartoon: Nick
[HCL-Inhalt]
So, liebe HCL-Leserinnen und -Leser,
das Sommertheater ist vorbei Ronny nun zwar arbeits-, aber nicht mittellos und wir haben uns zur 2. HCL-Ausgabe durchgerungen. Anlass dazu hat diesmal die DIMA in Düsseldorf gegeben. Übrigens, natürlich können Sie die 6 Wege des Zeitvertriebs von unserem Titel-Cartoon auch auf jeder anderen Veranstaltung anwenden ...
Neu im HCL-Programm ist die Rubrik Brutal: Meyer vs. Schulze. Von nun an diskutieren Meyer und Schulze häufiger mal sozialkritisch unwichtige Themen. Auch wiederholen wird sich der neu ins Leben gerufene Gourmet-Guide, der Ihnen sagt, welches Aussteller-Unternehmen, welche Gaumenfreuden für Sie am Stand bereit hält, damit der Messetag nicht ganz so öde wird. Sie sind zwar erst im Nachhinein informiert, aber vielleicht reicht das Budget für dieselben Snacks ja auf einer der nächsten Veranstaltungen ... Unser Tipp an die Aussteller: Belassen Sie doch Ihr Spachtelangebot quasi als Kundenbindungsmanagement-Tool!
Aufklärung: Sie erinnern sich vielleicht, oder auch nicht, an unsere HCL-Verlosung: wir hatten in der ersten Ausgabe an Sie folgende Frage zum Einbläuen gestellt Was bedeutet HCL? Drei Antworten waren möglich: a) Human Call Logging? oder bä) die Abkürzung für eine Wasserstoffmolekülverbindung? oder cä) die chemische Abkürzung für Salzsäure? Und es hat doch glatt jemand geantwortet und auch noch ätzend richtig. Glückwunsch, Friedel Völker aus Pforzheim! Also, ein Ü-Ei, nebst persönlichem Internet-Code, liegt für Sie bereit ... Die anderen Schoko-Eier hat die Redaktion leider schon aufgegessen. Joachim Graf vom HighText Verlag, scheinbar passionierter Asterix-Leser, kam bei dieser Frage sogar noch auf eine vierte Antwort: Acidix Hydrochloridix, in Insiderkreisen auch 'HCL' genannt, soll als Cäsars Spion in Afrika, bei "Asterix als Legionär", die Truppen von Scipio aushorchen,
herzlichst
Katja Müller
P.S.: Wann HCL das nächste Mal erscheint? Wissen wir immer noch nicht. Aber versprochen, wir melden uns, und zwar schon bald eben schön unregelmäßig und ereignisorientiert ...
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[News aus DIMAdorf]
DIMA 2002, das Familientreffen der "Kleber, Falzer und Rubbler". Diesjähriges Motto: One to One Solutions ( mal ne ganz neue Devise ...) Genauso unneu ist die allgemein bekannte Wirtschaftslage, nur das zwischenzeitlich noch eine Umweltkatastrophe dazukam. Alles zusammen hinderte, wie schon so oft in diesem Jahr, so manchen Aussteller oder Besucher am Event teilzunehmen. Zwar sank die Ausstellerzahl um 17 Prozent auf 384, jedoch blieb die Ausstellfläche mit 3.000 Quadratmetern und auch die Messebesucherzahl mit knapp 14.000, laut Veranstalter MCO, zum Vorjahr konstant. Man hätte die Ausstellfläche ja auch verkleinern können, wie der Veranstalter der Systems es bereits getan hat (von 15 auf 8 Hallen), aber die Zeit war wohl zu knapp. Und Hand aufs Herz, Freiflächen haben ja was: (Bild 1) Man kommt sich nicht so eingeengt vor, die Besucher können weiterhin ihr altes Fitnessprogramm absolvieren und freie Flächen eignen sich hervorragend zur Eigenwerbung. (Bild 2)
Wem die vielen Frei-, Wellness- und leeren Riesen-Aktionsflächen zum inneren Sortieren trotzdem nicht reichten, der begab sich auf das Raumschiff Enterprise, pardon, zum Stand von brainLight, um sich erleuchten zu lassen. (Bild 3)
  
Von links nach rechts: Bild 1 bis 3
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[Sinnfrage]
Wie Einschaltquoten für Fernsehsender, ist die Höhe der Besucherzahl ein wichtiger Indikator für Veranstalter. Da heißt es Top oder Stopp. Beispielsweise haben offiziell insgesamt 936 Teilnehmer den DIMA-Kongress besucht ... Zumindest ist es fast amüsant, beim Betreten eines Kongress-Saales registriert zu werden und das gleiche Prozedere beim Verlassen desselbigen über sich ergehen lassen zu müssen... Selbst der erfassende Student mit dem Erfassungsgerät hatte den Sinn der Aktion nicht erfasst, wie bei Nachfragen klar wurde. Vielleicht hoffte MCO auf eine schnelle Vermehrung der Teilnehmer, während der Vorträge ... vielleicht wollte der Organisator aber auch nur sicherstellen, dass sich die Zuhörerschaft nicht heimlich davonmacht. Tja, man weiß es nicht. Egal. Doch unweigerlich drängt sich einem ganz leise eine mögliche Antwort ins Hirn. Nämlich auf die Frage, wie denn die recht hohe Messebesucherzahl von rund 14.000 zustande kam ... ? Eine Frage, die sich im Übrigen viele stellten.
[Unternehmensschmanckerl oder der Gourmet-Guide]
Nie großartig erwähnt, aber den Wohlfühl-Faktor auf Messen oftmals um ein vielfaches beeinflussend, ist die Verköstigung auf Austeller-Ständen. Auf der DIMA war diesmal der eine oder andere Gourmet unterwegs und hat sich bei einigen Ständen (tapfer) durchprobiert.
- Erwähnenswert war beispielsweise das Fingerfood, insbesondere die Wraps, die es beim MCO-Eventstand, dem Schoberersatz, gab. Sahen gut aus, schmeckten gut, lagen jedoch später ziemlich schwer im Magen ... (Bild 4)
- Einen guten Espresso und exzellenten Cappuccino konnte der Besucher auf dem Varus Verlag-Stand schlürfen. Auch die Schokoladentäfelchen in zweierlei Geschmacksrichtungen waren äußerst lecker.
- Bleiben wir beim Kaffee ... eine Super-Latte Macchiato servierte Dun & Bradstreet! Zudem 3 verschiedene Sorten bester Weingummi. Von dieser Kombination ist allerdings dringend abzuraten. Entweder das Eine oder das Andere, sonst Bauchschmerzen.
- Kariesverdächtige Süßigkeiten aller Art wie bei Tante Emma (Bild 5) bot die Grafik Design-Schmiede Wildpark.
- Ein Klassiker waren, wie jedes Jahr, die Cocktails und Schnittchen bei buw.
- Pommesbudenzauber, wie Currywurst & Co., gabs bei Benner & Partner. Naja, wers fettig mag ... (Bild 6)
- Creations von Twix, Mars, Milky Way, Bounty und Konsorten boten Wunderman und Omikron an ... (Liebe Wundermänner und -frauen, denkt Euch bitte einen anderen Inhalt für Euren Vitamin B-Drink aus ... schmeckte grausam! Beim Übergeben lassen sich Beziehungen so schlecht knüpfen ...)
  
Von links nach rechts: Bild 4 bis 6
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[Zitiert ... ]
1. Erwischt:
Der Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, Hartmut Meyer (MM = Minister Meyer), von der Landesregierung Brandenburg auf der 5-jährigen Jubiläumsfeier des Call Center-Dienstleisters Taptel in Wittenberge (kurz vor dem großen Sandsack-schleppen).
Situation: Die berühmten Eröffnungslobhudeleireden, die wichtige und sich dafür haltene Leute bei solchen Veranstaltungen schwingen.
MM an die Mitarbeiter von Taptel gerichtet: Ich bin neidisch auf ihre Arbeitsbedingungen ... (Aha!). Und weiter: 7 Tage die Woche, 24 Stunden ... so fleißig sind wir in der Politik nicht ... (Ups, was für ein ehrlicher Ausrutscher ... ist man von Politikern gar nicht gewöhnt, oder?)
Ach, und der Herr Bürgermeister, Klaus Petry, von Wittenberge (scheinbar seines Amtes überdrüssig) sagte auch noch etwas zu der Standortwahl von Taptel: Call Center-Aufbau ... so etwas kann man mitten im Wald machen, warum also nicht in Wittenberge ...? (Wer Wittenberge kennt, dem fällt dazu bestimmt ne Antwort ein ...)
Später. Situation: Sogenannte VIP-Runde. MM süffisant: Jeder schwindelt, der da was anderes sagt als ich ... (Aha!)
Und weiter: Ich merke, es geht ins Thema Subventionen (die HCL-Redaktion wagte danach zu fragen) auf so was lass ich mich nicht ein, das ist der Augenblick in dem ich gehe ... (Aha! Das macht sich im Wahlkampf natürlich immer gut, Herr Minister Meyer ... Aber schön, dass Sie da waren.)
2. Erwischt auf der DIMA
Wo? Podiumsgespräch: eDialog Navigation oder Irritation
Gesprächsteilnehmer: Anmoderatorin Britta Schweinhage von Home Shopping Europe (nicht nur, dass einem das Gefühl beschlich Frau Schweinhage käme gerade lauthals von ihrem Rhetorikkurs, auch wartete man vergebens auf die eingeblendete Hotline, um sogleich das Messerset oder die Übertöpfe zu bestellen ...), Moderator Hansjörg Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter, die argonauten markenkommunikation, Pastor Lutz Jedeck, St. Jakobi zu Lübeck, Hans-Christof Vetter, Geschäftsführer, Evangelisches Medienhaus GmbH, Christian Muche, Commercial Director, Yahoo! Deutschland GmbH, Dr. Frank Antwerpes, CEO Antwerpes AG.
Situation: Hansjörg Zimmermann zum Plenum, nachdem er die wenigen anwesenden Kongressbesucher aufgefordert hatte, doch zu erzählen, über welche Website sie sich in der letzten Zeit geärgert hätten, und sogar ein Kongressteilnehmer darauf hin die B&W-Site bemängelte: Ich suche jetzt jemanden, der vielleicht ein bisschen geschickter ist als Sie ... (Jo! Magengrube getroffen!)
Später: Was man alles ausfüllen muss (auf Shopping-Sites), um etwas bestellen zu können, dafür müsste man eigentlich Schmerzensgeld bekommen.
Zimmermann fragt in die heilige Runde: Könnte man im Internet taufen? (... ?)
Zimmermann, die vierte: Apropos hecheln ... ich muss relativ pünktlich hier abschließen! (Welch geschmeidiger Abgang.)
Ein Aussteller auf der DIMA: Von wirklichen Highlights kann dieses Jahr nicht die Rede sein. Highlight wäre gewesen, wenn MCO es geschafft hätte, Herrn Stoiber kurz auf die Messe zu holen ... (... denn er wusste nicht, was er sprach!)
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[Weggesehen und doch hingehört ... Tratsch & Klatsch]
Letzte Ideen, den Umsatz zu steigern
Umsatz erkaufen
Andere Wege den Umsatz in schlechten Zeiten zu erhöhen, geht beispielsweise der Telemarketingdienstleister d+s online ag. Einsparen bei gleichzeitigen Einnahmen: Mitarbeiter müssen für die angemieteten Parkplätze zahlen. Das aber, bereits seit längerem, wie Holger Schimming, einer der Agenturchefs, versicherte. Na, Gott sei Dank. So kommt man wenigstens nicht auf die Idee, dass der erst kürzlich zugekaufte Umsatz durch die Übernahme von conTakt, trotzdem nicht reicht, um die Bilanzen auszugleichen ne gute Strategie jedenfalls!
Ganz verzweifelt
Der letzte Versuch, so könnte man die Sprüche nennen, mit denen die Direktmarketing-Agentur Benner & Partner auf der DIMA versuchte Kundenbindungen einzugehen. Mal ehrlich, heiß & fettig, Hier kriegen Sie Ihr Fett weg, obendrein zu gesalzen Preisen, ist schon sehr vertrauenserweckend ... oder?! (Rülps!)
Geld mitbringen
Gerüchten zufolge, hat sich der Technologie-Anbieter Avaya einen ganz schicken Plan ausgedacht, sich Marktanteile im Call Center-Bereich zu sichern. Bereits installierte Genesys-Lösungen bei potentiellen Kunden, so wird gemunkelt, kaufe das Unternehmen einfach heraus, deinstalliere die ganze Schose und baue den eigenen Kram dafür wieder ein ... irgendwie unfein und nicht wirklich effizient!
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Neuer Schwung bei MH Marketing
Dabei könnte MH für Massive Hilfe, Mehr Honorarumsatz, Mega Handhabung, Moderne Helpline, Maxi Herausforderung, Mini-Heckmeck, Monster Hirn, Mentale Höchstleistung, Menschliches Handeln, Maßgebliche Herzlichkeit ... im Telefonmarketing stehen.
Was noch dahinter steckt, erfahren Sie unter http://www.mhmarketing.de/. |
[Saure Gurke]
Der MCO-Sparstrumpf
Da hieß es von vielen verärgerten Ausstellern und Besuchern MCO hätte keine Außenwerbung, wie in den letzten Jahren gemacht. Stimmt! Kein Taxifahrer wusste von der DIMA ... Keine Pappen als Wegweiser verkleidet, wiesen darauf hin, dass es sie und vor allem, wo es sie gab ... (Im Gegensatz zur Caravan, die sehr gut ausgeschildert war!) Auch auf den Messeunterlagen war nicht ausreichend beschrieben, in welchen Hallen die Messe überhaupt stattfindet.
Gehen wir noch einmal zum Essen zurück. Wirklich ernüchternd fanden wir und einige andere Pressevertreter die Tatsache, nach dem Vormittagskongress, nicht ohne Weiteres am Mittagessen teilnehmen zu dürfen. Wir könnten uns einen 20-Euro-Gutschein kaufen, erklärten uns die Türsteherinnen freundlich. Damit hätten wir freien Zugang. Ach so. Berichten dürfen wir über den Kongress, aber ein Häppchen zur Stärkung das ist wohl nicht mehr budgetiert, was?! Siehts denn schon so schlecht aus?
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[Brutal: Meyer vs. Schulze]

Streithähne unter sich. Thema:
SMS-Werbung Shit Made by Service oder die Sonnige Marketing Seite?
Meyer: Mensch, Schulze, wissen Sie was ich gerade gemacht habe? Ich hab mich gerade im Internet in son Dienst eingetragen, bei dem man tolle Werbung per SMS aufs Handy geschickt bekommt. Ist das nicht klasse?
Schulze: Um Gottes willen, Meyer, sind Sie völlig daneben? Ist Ihnen klar, dass es weltweit 25 Millionen Marken gibt, die Ihnen jetzt potenziell Ihr Handy vollmüllen? Ihnen ist wohl von der Fernsehwerbung noch nicht schlecht genug, was?
Meyer: Wieso denn? Ich bekomme ja nicht irgendeine Werbung sondern nur Sachen, die mich wirklich interessieren. Da beantwortet man fix 160 Fragen, hat ein eigenes Profil und fertig. Außerdem kriegen Sie zur Belohnung ein schickes Give-away ...!
Schulze: Na, suuuper! Jetzt wissen die also auch noch genau, welches Hundefutter Sie kaufen, welches Klopapier Sie benutzen und dass Ihre Frau mit Ata hinter Ihnen herscheuert. Schon mal was vom 'Gläsernen Menschen gehört? Die können jetzt Ihre Daten an Gott weiß wen verticken!
Meyer: Ach, Sie haben doch nur Angst vor dem Internet. Naja klar, SMS-Werbung ist mehr was für die jüngere Generation, die hat keine Angst vor Datenklau sondern freut sich, wenn sie immer aktuell informiert wird. Das wolln Sie natürlich jetzt nicht hören, Schulze, aber die Altersguppe liegt zwischen 19 und 25 Jahren. Eben nur Leute, die entweder wirklich so jung sind oder sich noch genauso fühlen. Also, ... eh nix für Sie ...
Schulze: Sie werden dadurch aber auch nicht jünger, dass dauernd Ihr Handy piepst. Oder wollen Sie damit den Eindruck erwecken, Sie hätten Freunde? Was glauben Sie, wie schnell Ihnen das zum Hals raushängt, wenn Sie immer freudig aufs Handy starren und es war doch nur Werbung!
Meyer: Sie sind wirklich ein Internet-Muffel. Die Frequenz kann ich selber bestimmen, wenn ich nur drei SMS die Woche haben will, kriege ich auch nur drei.
Schulze: ... aber dafür einen Briefkasten voller Werbung. Aber machen Sie doch, was Sie wollen!
Meyer: Ach, wissen Sie was Schulze? Sie können mich mal ...
Schulze: Ach, Sie mich ebenfalls ... und zwar kreuzweise!
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[Ausgedrückt Gnadenloser Gast 1]
Katastrophe? Unser Call Center regelt das schon ...
Seit einigen Wochen stelle ich fest, dass jede Katastrophe, mag sie noch so tragisch sein, zumindest einen Gewinner kennt. Die Hotline-Branche. Ihre Erfolgsmeldungen über die telefonische Abwicklung menschlichen Elends fluten täglich mein Büro und lassen erkennen: Kommt es irgendwo in Deutschland zu schweren Unfällen oder Naturkatastrophen: Die Hotlines stehen bereit. Tröstlich in Zeiten in denen sonst keiner zuhört.
Innerhalb von vier Stunden richteten wir für die xy-Versicherung eine Hotline ein ... mehr als 3.500 zusätzliche Calls bearbeitet ... Anrufer beruhigt und getröstet heißt es da. Oder: Riesiger Erfolg der 0190-0 Spendenhotline zugunsten der Opfer der Hochwasserkatastrophe ... in nur einer Stunde wickelte Anbieter xy erfolgreich den Ansturm der 250.000 Anrufer ab .... Das nenn ich Fürsorge!
Nun hab ich nix dagegen, dass Call Center besorgte Anrufer abfangen. Klar, dass eine Menge Menschen wissen wollen, was in diesem oder jenen Fall zu tun ist. Klar, dass eine hauseigene Telefonzentrale unter dem Ansturm neugieriger Journalisten kollabiert. Klar, dass ein Dienstleister da die Rettung ist und daran auch verdient. Völlig korrekt.
Als sich jedoch die Erfolgsstory vom Notfall-Call Center im Fall Amoklauf in Erfurt aus meinem Faxgerät schob, lief mir doch ein Ei aus. Da wirbt also ein Dienstleister, er habe noch in derselben Nacht innerhalb von sechs Stunden eine umfangreiche Hotline eingerichtet. Das stelle ich mir mal so vor: Guten Tach, Sie sind verbunden mit der Amok-Hotline der Polizei Erfurt, mein Name Hugo Trallala, was kann ich für Sie tun? Oder per IVR?: Guten Tag, hier die Erfurter Amok-Hotline. Wenn Sie traumatisiert sind, drücken Sie die 1. Haben Sie Fragen zum Thema Was tue ich ohne Trauma? drücken Sie die 2. Wollen Sie nur mal neugierig rumhorchen, wählen Sie die 3 und für die Informationsbroschüre Unsere Stadt soll schöner werden drücken Sie die 4. Na gut, das ist hoffentlich übertrieben. Und im Grunde ist es ja prima, dass da insgesamt 1.500 Anrufe in Zusammenarbeit mit der Landespolizei Thüringen bearbeitet wurden. Dass da nicht jeder Depp die Namensliste der Opfer abgreifen konnte. Dass da Menschen mit echtem Kummer an Psychologen geroutet wurden. Aber damit werben? Hallo, Sie haben einen Amokläufer in der Stadt? Bei einem Zugunglück starben 50 Menschen? Sie haben keine Ahnung, wie Sie das den Angehörigen erklären sollen? Kein Problem, wir regeln das für Sie... Werben denn Ärzte mit Krebserkrankungen? Bäcker mit dem Hunger in der Welt?
Schon seltsam,
Aspergillus
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+++ Was wurde aus dem Branchengeflüster? +++
Es ist wahr ...
endlich,
BRAND RANGER ist da!
Näheres unter http://www.brand-ranger.de/ |
[Ausgedrückt Gnadenloser Gast 2]
Gerald Fründt von eDialog Competence oHG in Oldenburg, bekennender Verfechter der persönlichen E-Mail-Bearbeitung, sucht wohl immer noch verzweifelt nach E-Antworten:
Das große Finale
Ja, für wen halten die mich denn? Habe ich denn sehr, sehr viel Zeit? Komme ich aus dem Marketing und man kann mir die Begriffe um die Ohren hauen??
Ja, wenn dem so wäre, dann brauchte ich auch keine E-Mail zu schreiben.
Der notorische Berufsoptimist in Zeiten der E-Mail Kommunikation? 90 Prozent aller Leute, die sich im Internet aufhalten, nutzen die E-Mail. Und es sind inzwischen irgendwo um die 25 Millionen Internet-UserInnen in Deutschland.
Da bekommt man eine Antwort, und das auch noch via E-Mail! Und die Antwortzeit selbst ist auch nicht schlecht: um die 48 Stunden, wenn nicht gerade ein Wochenende zwischen Anfrage und Antwort liegt.
Schauen wir mal!
Man lehnt sich freudig angeturned vor dem Monitor zurück. Man lächelt und stutzt dann das erste Mal: das ist ja gar nicht die Antwort auf meine Frage durchzuckt es einen!? Irgend so eine fantastische E-Mail-Management-Software hat das Subject (den Betreff) geändert. Sozusagen auf die Bedürfnisse des Unternehmens oder Call Centers gestream-lined. Damit das passt.
Was hatte man sich für eine Mühe gemacht! "Klärungsbedarf mit dem Telefonanschluss" rausgenommen und statt dessen geschrieben: Wann stop DSL-Anschluss stop in Bretzeldorf???
Wann sollte natürlich den Zeitpunkt markieren. DSL-Anschluss, nun, das sollte dem Empfänger bekannt sein! Und schließlich "Bretzeldorf" als Ortsangabe - vielleicht hätte man doch noch quasi als 'good will die PLZ dazu schreiben sollen, um die geografische Ortung zu beschleunigen!! Kundenorientierung bedeutet ja, dass der Kunde sich innerhalb seines Problems orientiert.
Also, das Subject lautet jetzt: Ihre Anfrage! Ups, Anfragen stelle ich einige warum lässt man nicht mein Subject und versieht es mit dem für die E-Mail konventionellen Re:- oder AW:-Kürzel. Geht nicht. E-Mail-Management-Software mit CRM-Integration. Vermutlich.
Trotzdem entspannen, E-Mail anklicken, öffnen und los geht es mit scheinbar wahllos zusammengestellten Textbausteinen. Nein, keine Textbausteine, das hieße ja wenigstens, etwas kreativ bauen. Statt dessen: Mist bauen. Text-Mist bauen. E-Mail-Text-Mist.
Erkenntnis: da hatte jemand wenig Zeit (wahrscheinlich blinkte im Hintergrund der fünfzigste Anrufer). Da hatte jemand eine unruhige Hand und das Klicken mit der Maus wurde zu einem Roulette. Da hatte jemand noch weniger Zeit, um sich zu fragen, was er eigentlich "geschrieben" hat. Aber, den Fall, den hat man abgeschlossen. Und raus geht die E-Mail-Antwort! Antwort??? Besser vielleicht: Text-Mist mit Garantie: Wenigstens kommt der Kunde nicht wieder auf diese blödsinnige Idee, über diesen Kanal Kontakt aufnehmen zu wollen.
Ist doch was auf zum großen Finale der Kundenabwehr via E-Mail!!!!
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[In eigener Sache]
Falls Ihnen etwas Scuriles, Komisches oder Bemerkenswertes in den Branchen auffällt, bei dem Sie meinen, dem müsste man mal nachgehen... Kommentieren und petzen Sie einfach unter fiesehinweise@hcl-news.de! Alle Hinweise dieser Art werden vertraulich behandelt.
Und: Zeigen Sie es uns und allen anderen! Wenn Sie Anzeigen & Banner schalten wollen, die Mediadaten dazu gibts unter www.hcl-news.biz.
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[Nochn Tipp]
Gehen Sie doch mal ereignisorientiert und scherzeshalber auf www.wahlomat.de.
Kommentar: Ihre persönliche Wahlhilfe ... nette Idee, aber wenn Sie die wirklich brauchen, wählen Sie besser nicht ...!
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